|
Christiane Molan
Von der konkreten Kunst kommend arbeitet Christiane Molan bereits seit geraumer Zeit mit seriellen Farbflächen, immer wiederkehrenden Rapporten und Farbclustern, in denen sie die üblichen Formate der Malerei verlässt und sich zunehmend installativ den Ausstellungsraum aneignet.
Ausgehend von ihren konzentrierten Farbflächenmalereien der vergangenen Jahre steht im Gegensatz zur früheren Farbskala heute die zurückhaltende und hautanaloge Farbigkeit im Vordergrund. In ihren raumgreifenden ästhetischen Verbesserungs- und Optimierungsakten werden Ausstellungsräume kosmetischen Behandlungen unterzogen. Dabei dienen ihr unter anderem handelsübliche Make-up Produkte, Materialien wie Wachs, Fotos und Werbeslogans.
Für die Galerie im Turm entstehen vier neue Arbeiten, die auf den Ausstellungsort Bezug nehmen. Die Formate sind gleich groß (36 x 130 cm) und bilden in vier Sequenzen eine Bewegungsabfolge des sich Öffnen oder Schließen (je nach Standort des Betrachters) eines Auges.
Vom Erdgeschoß die Treppen aufwärts gehend, schließt sich das geöffnete Auge mit jedem Bild mehr. Die gewählte formale Präsentation des Auges übersteigert die Form des Sehorgans. Molan wählt die Seitenansicht des Auges und schafft damit eine andere Berührtheit für den Betrachter, als eine Frontalabbildung. Die Fokussierung und die gleichzeitige Vergrößerung des Auges lässt die Betrachtung seiner Umgebung aus nächster Nähe zu.
Molan verschafft den Abbildungen eine neue Materialität; sie überzieht die Fotos mit „einer zweiten Haut“ - mit Wachs. Das Motiv erscheint entrückt und fern, gleichzeitig wirkt es seltsam anziehend.
1961 geboren in Münster
1979-1981 Mitarbeit in der Galerie „Kleiner Raum Clasing“, Münster
1981 Umzug nach Berlin
1982-1987 Studium an der UDK, Meisterschülerin, Berlin
1988-1990 Bühnenmalerei am Schillertheater, Berlin
freischaffend in Berlin tätig
2007 Umzug nach Köln
|